Bodø

Einen Preis für außergewöhnliche Schönheit würde sie wohl nicht gewinnen, die Hauptstadt der Provinz Nordland: Im Jahr 1940 wurde Bodøs Zentrum weitgehend zerstört und eher zweckmäßig wiederaufgebaut, bis auf ein paar Graffiti gibt es nicht viel zu sehen in den Straßen. Doch wir hatten eine super Zeit! Der Hafen direkt im Zentrum war ein guter Ort, um die durchziehenden Fronten materialschonend auszusitzen, zumal wir auf der richtigen, also leewärtigen Seite des stabilen Stegs fest waren: kein Quietschen gequälter Fender, nur ein wenig Krängung – und zwischendurch sogar mal ein kompletter Sommertag als Kontrastprogramm. Dann die prima Einkaufs- und Ausrüstungsmöglichkeiten für Mensch und Schiff, kombiniert mit präzisen Briefings durch Karin und Enno, die uns viel Sucherei erspart haben. Zudem konnten wir noch weitere Zeit mit den beiden verbringen und uns gegenseitig besuchen und bekochen (wobei ehrlicherweise wir in deren Haus deutlich umfassender verwöhnt wurden als die zwei auf Flying Fish).

Und unser Leben bleibt gesellig: Am Donnerstag sind unsere Kölner Freunde Silke und Christian am Bodø Lufthavn gelandet! Knapp zwei Wochen bleiben sie bei uns an Bord, die Lofoten sind das Ziel. Doch für den gemeinsamen Tag 1 haben wir zunächst ein nicht schwimmfähiges Verkehrsmittel gewählt und sind Kunden der hübsch benamten Autovermietung Rent a Wreck geworden. Eine besondere Sehenswürdigkeit stand auf dem Programm: der Saltstraumen, stärkster Gezeitenstrom der Welt, 32 Kilometer von Bodø gelegen. Bis zu 20 Knoten Geschwindigkeit erreicht das Wasser hier, wenn es bei jeder Ebbe und Flut durch den 150 Meter breiten Sund zwischen Saltenfjord und Skjerstadfjord gepresst wird. Die gewaltigen Strömungen und Strudel sind faszinierend anzusehen. Und wenn vier Leute ihre Angeln mitten hinein werfen, kommt mit der Zeit ein ordentliches Abendessen zusammen.

Dann heute eine erste Etappe nordwärts zu viert, 18 Seemeilen nach Kjerringøy. Man sagt ja, an Norwegens Westküste herrsche durch den Golfstrom ganzjährig ein eher mildes Klima, mit Tageswerten um 14 Grad Celsius im Frühling, meist sonnig und angenehm. Das stimmt nicht. Genauso wenig wie die Windvorhersage heute: Sanfte 4 Beaufort waren angesagt, ordentliche 8 haben wir bekommen – zwar souverän gemeistert von den Gästen an der Pinne, aber ganz schön unkuschelig unter den nassen Wollmützen.

Zum Glück ist auf Flying Fish ein robuster Pragmatismus eingezogen: Da ist ein kräftiger Hagelschauer kein großes Ärgernis, sondern eine herzliche Inspiration zu Gin und Tonic – frisches Eis frei Haus! Schöne Pfingsten euch allen!!!

Ludger
Mai 30th, 2023 at 11:37 am

Liebe Heiks,
da darf ich mich ja gar nicht beschweren, nach einer (wettertechnisch) gräulichen und kalten Woche auf dem Rennrad in der Toskana. Das Smutje Heiko schon in Öl am Herd stehen muss stimmt mich wirklich besorgt – habt ihr genug Shabau dabei, damit ihr überlebt? Wieder vom Schreibtisch die besten Grüße in die Kälte-

Heiko
Mai 30th, 2023 at 7:33 pm

Vor allem haben wir genug Heizlüfter dabei und unser Ofen bringt das Schiff auf behagliche 28 Grad – Karibikfeeling.

Svenja
Mai 29th, 2023 at 6:09 pm

Herrlich, Gin Tonic mit Eis vom Himmel 😅
Sonnige Grüße aus Hamburg, hier hat pünktlich zu Pfingsten endlich der Frühling begonnen.

Heiko
Mai 30th, 2023 at 7:27 pm

Vom Frühling sind wir scheinbar noch weit entfernt. Wir wärmen uns an den Sonnen im Wetterbericht von Köln…

Jenny & Simon
Mai 28th, 2023 at 9:32 am

Looks very much like the north of Scotland!

Heiko
Mai 30th, 2023 at 7:25 pm

That’s what we are looking forward to experience next year 😉

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