Porto

Das im engen Douro-Tal gelegene Porto schafft es mühelos zu Brighton und La Coruña auf die Liste der Städte, die uns richtig gut gefallen haben. Allein der Blick, den man aus dem gegenüber (auf der anderen Seite des Flusses) liegenden Vila Nova de Gaia auf die Altstadt genießt, ist eine Reise wert. Dicht an dicht schmiegen sich die mittelalterlichen Häuser aneinander, geziert von kleinen Balkonen. Rechter Hand sieht man die markante zweistöckige Stahlbrücke Ponte Dom Luís I von 1886, konstruiert von einem Schüler Gustave Eiffels und 2004 restauriert. Sie überspannt 172 Meter und man kann sie auf beiden Etagen zu Fuß überqueren, obwohl oben die Metro fährt. Im Vordergrund schaukeln die Rabelos, historische Portwein-Kähne, auf den Douro-Wellen. Mit ihnen wurde früher der Most von den flussaufwärts gelegenen Weinbergen in die Stadt transportiert, heute dienen sie den Portwein-Kellereien als Werbefläche und sind natürlich unglaublich fotogen. Kein Krieg hat Porto je zerstört, entsprechend wurden nicht massenhaft schlimme Bausünden in irgendwelchen Lücken platziert. Um manche der schönen Gebäude macht man sich dennoch Sorgen, so marode sehen sie aus. Doch Nina aus Köln, mit der wir einen wunderbar kurzweiligen Abend im Restaurant „7 Maravilhas“ verbracht haben, lebt seit Jahren in Porto und hat uns versichert, dass inzwischen seitens der Stadt eine Menge unternommen wird, um die alte Substanz zu bewahren.

 

 

Stundenlang haben wir uns durch die Straßen und Gassen von Porto treiben lassen, haben den mit 75 Metern höchsten Kirchturm Portugals, den Torre de Clérigos, angeschaut und waren in der Vorhalle des Bahnhofs S. Bento, deren Innenwände über und über mit Azulejos bedeckt sind, den hier typischen bemalten Fliesen mit Darstellungen historischer Szenen. Wir sind immer wieder in einen wahren Fassaden-Fotografie-Rausch verfallen, unterbrochen durch leckere kleine Stärkungen in Bars und Pastelarias. Wir haben einen Bummel durch die Fußgängerzone Rua de Santa Catarina genossen und die selbstgestellte Aufgabe bewältigt „findet ein Sanitärgeschäft und kauft dort für Flying Fishs Ankerkasten-Lenzvorrichtung ganz bestimmte Messing-Fittinge, ohne ein Wort Portugiesisch zu sprechen jenseits von Touristen-Basis-Vokabular“. Wir sind auf der Suche nach einem Supermarkt auf Läden gestoßen, in deren Schaufenstern getrocknete Schweinegesichter feilgeboten wurden und die Frage aufwarfen: was macht man damit??? Und natürlich haben wir uns klassischerweise eine Führung und Portweinverkostung gegönnt bei der Kellerei Augusto’s (die ein recht effizientes Promotion-Team auf die Straße geschickt hatte). Und nach dem Tagesprogramm wartete in der sehr angenehmen (aber leider teuren) Douro-Marina der Austausch mit den Segler-Kollegen auf uns, gern in einem turbulent-geschäftigen Grillrestaurant in Gaia oder beim Absacker in der Marina-Bar. Dort stießen am Freitag dann noch Christina und Jörg von der „Midnight Sun“ samt Bordhund Leni zu unserer bunten Truppe. Die beiden sind Freunde von Stefan aus dem Kölner Sailing Office und hatten schon nach uns Ausschau gehalten. Hoffentlich treffen wir sie öfter! Schön war es also in Porto und wir hätten gut noch ein, zwei Tage bleiben können. Doch wie das so ist mit der Segelei: herrscht ein Mangel an Wind, muss man ihn halt nehmen, wann er kommt. Und er kam am Samstag.

 

Nina
September 24th, 2015 at 10:14 pm

War sehr schön der Abend mit Euch in Porto… toi toi toi fuer die Weiterreise und den grossen Sprung auf die andere Seite des Atlantiks! Keine Ahnung wie die Segelrouten sind, aber wäre schön, Euch auf der Rückreise wieder hier in Porto zu sehen 😉 Nina

Ludger
September 10th, 2015 at 6:16 pm

Herzliche verspätete Grüße vom Schreibtisch – hier ist es gerade so unentspannt, wie ihr das wahrscheinlich nicht mehr erinnert – segelt also schönt entspannt immer den fliegenden Fischen hinterher…

Frank
September 10th, 2015 at 7:47 am

Hallo ihr zwei! Habe wohl einige Bloggs verpasst! Ihr seid schon in Porto! Wow! Herzlichen Glückwunsch! Wir liegen gerade in Korsika vor Anker ( ohne Boot).
Lasst es euch gut gehen!

Gunther
September 9th, 2015 at 9:54 am

Das hört sich gut an…anscheinend seid ihr auch so begeistert von der Stadt wie ich es war. Es macht so viel Spaß eure Beiträge zu lesen 🙂 ich hoffe wir sehen uns wieder, auf den Kanaren oder in der Karibik….

Carsten
September 9th, 2015 at 7:05 am

Hallo ihr Zwei glücklichen
Witzigerweise war ich gestern durch sehr leckeren Port nicht in der Lage , euren Blog zu lesen .
Umso mehr freue ich mich heute morgen über jedes köstliche Wort eures Buchstabenwchatzes !
Immer wieder herrlich
Liebe Grüße von Uns für Euch und für die begleitfische
Sandra und Carsten

WMM
September 8th, 2015 at 10:20 pm

Den roten Faden, den wir auf den Straßen Portos heimlich gelegt hatten, scheint ihr mühelos gefunden zu haben…..ai que saudade…..! Walburga

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