Hasta la próxima

Penetranter Südwind seit einer Woche, so sind wir immer noch im schönen Baiona, obwohl wir es um diese Zeit längst nach Porto geschafft haben wollten. Morgen ist das Wetter erstmals ein klein wenig entgegenkommend: Flaute aus nördlichen Richtungen wurde angekündigt. Normalerweise würden wir da nicht ablegen, aber nun sind wir ungeduldig genug, um die Chance zu nutzen und wenigstens schon mal die 35 Seemeilen ins portugiesische Viana do Castelo zu motoren, mit Glück ein wenig unter Blister zu segeln. Zumal der ab nächste Woche angesagte stabile Nordwind aus den Vorhersagen wieder verschwunden ist. Die Zeit hier haben wir richtig gut verbracht, sie verging wie im Fluge. In Walburga und Carlos hatten wir zwei Tage lang lieben Besuch an Bord, haben in der Bucht vor Anker liegend gegrillt und uns über alle News aus Köln ausgetauscht. Es gab ausgedehnte SUP-Touren (stand-up-paddling), viele gesellige Treffen mit den ebenfalls gen Süden segelnden Stegnachbarn, Nützliches wie einen Großwaschtag und etwas Backschaft, die Besichtigung des Nachbaus der Karavelle „La Pinta“ (eines der drei Schiffe von Kolumbus), Flanieren und Jogging rund um das Castillo de Monterreal und sogar einen super Kinoabend mit Dolby Surround an einem regnerischen Abend auf der „Balou“ („Cast away“ mit Tom Hanks wurde gegeben und es fiel auf, dass bei den Rettungsinsel-im-Sturm-Szenen niemand so richtig hinschauen wollte).

 

 

Und dann haben wir gestern noch einen Tag in Vigo verbracht, die Stadt ist von hier aus in einer knappen Stunde mit dem Bus gut zu erreichen und verdient ein paar Worte. Unserer Meinung nach wird sie nämlich im Reiseführer nicht ausreichend gewürdigt, von „ausufernder Großstadt“ ist dort die Rede, in der sich fast alles um Fischerei und Fußball dreht. Tatsächlich sieht man auf den ersten Blick bloß Häuserschluchten, wird nicht direkt von Schönheit angesprungen, besonders wenn man wie wir an einem grauen Tag dort ist. Doch auf den zweiten und dritten Blick gibt es eine interessant verschachtelte Architektur zu entdecken, einen Mix aus alter Substanz und neueren Ergänzungen, der ein stimmiges und sehr eigenes Gesamtbild ergibt. Außerdem auffällig: eine Vielzahl an Plätzen, die mit Denkmälern und Skulpturen bestückt sind. Unser Favorit ist die männliche Nixe „O Sireno“ von Francisco Leiro, die sich auf der zentralen Praza da Princesa befindet und von dort nach Norden in Richtung Meer schaut. In einer Nebenstraße der Fußgängerzone hatten wir dann noch das Glück, zufällig auf einen kleinen, provisorisch wirkenden Kunstmarkt zu stoßen, wo wirklich schräge Drucke und Grafiken zu bestaunen waren, sehr unkonventionell. (Und on top gab es am Hafen auch noch einen MediaMarkt und darin die Entdeckung, dass ein Terabyte Speicherkapazität inzwischen wirklich günstig zu haben ist.) Letztlich hatten wir nicht genug Zeit, um Vigo wirklich zu erkunden, beim nächsten Mal würden wir für zwei, drei Tage im dortigen Stadthafen festmachen und dann das kleine, entspannte, gefälligere Baiona besuchen.

 

 

Alles in allem hat uns Galicien unglaublich gut gefallen und wir sind uns sicher, dass wir hier wieder reisen werden, sei es mit oder ohne Schiff. Natur, Kultur, nordspanische Lebensart, da müssen wir irgendwann noch mal tiefer eintauchen. Adiós also, wir kommen wieder!

Ludger
August 31st, 2015 at 8:25 am

Tanze schon die ganze Zeit den Nordwindtanz – scheint Euch nix zu nützen. Grüße aus dem spanisch heißen Duisburg und vom Schreibtisch, Ludger

Rainer
August 30th, 2015 at 7:26 pm

Hallo ihr Weltenbummler, das macht schon ein wenig neidisch. Unsereins schägt sich mit der diesigen Nordsee rum. Immerhin hab ich’s in zwei Tagen bis nach Dover geschafft. Mal sehen was noch geht. Zwei Wochen für die britische Südküste hab ich noch. Dann muss ich rüber nach Frankreich, Claudia und Donna kommen mich besuchen. Viele liebe Grüße von der Chili, Rainer

Silke
August 28th, 2015 at 9:25 pm

Ihr Lieben! So schön, immer wieder von euch zu hören. Insbesondere wenn es keine schlechten Nachrichten gibt!!!

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