Plan C mit Trick 17

Fast hatten wir vergessen, wie wunderbar Segeln sein kann, zwei Tage mit perfekten Bedingungen waren uns vergoennt: Wind um die vier Beaufort von achtern, fuenf bis sieben Knoten Fahrt auf das Ziel zu, Flying Fish hatte endlich mal wieder die Chance, ihrem Namen alle Ehre zu machen. Doch nun ist’s schon wieder vorbei mit der Herrlichkeit, wir haengen im naechsten Hoch, der Wind flaut ab und dreht dazu noch gegen uns, letzteres verstaerkt sich ab Montag. Das sind die denkbar schlechtesten Bedingungen, die wir kriegen koennen, mal abgesehen von Sturm, und ganz ehrlich: wir haben darauf ueberhaupt keine Lust, so gar keine. Insofern musste zunaechst mal unsere Zielplanung dran glauben. Wir versuchen nun, die Isles of Scilly anzulaufen, Englands westlichsten Vorposten. Eigentlich wollten wir dort letztes Jahr auf dem Hinweg schon stoppen, hatten es dann aber zu eilig, ueber die Biskaya zu kommen, um erst noch passendes Wetter abzuwarten. Sollten wir dort nachts ankommen, disponieren wir wahrscheinlich wieder um und segeln weiter Richtung Falmouth, denn die Inselgruppe ist ein wahrer Schiffsfriedhof und es wird dringend davon abgeraten, die Anfahrt im Dunkeln zu versuchen, wenn man nicht sehr, sehr ortskundig ist. Normalerweise koennen wir unsere Ankunftszeiten ziemlich praezise ausrechnen, bloss bei diesen unbestaendigen Bedingungen funktioniert das nicht, so praezise ist keine Vorhersage. Im absoluten Idealfall koennten wir jedenfalls am Montagnachmittag ankommen. Hoffentlich klappt es, denn dann wuerden wir zum einen die Isles of Scilly doch noch sehen, koennten die Crews von „Auriga“ und „Blues“ dort treffen und die Zeit bis zum Landfall waere absehbar. Noch 220 Seemeilen bis Hugh Town auf St. Mary’s, das klingt fuer uns gerade deutlich besser als 280 Seemeilen nach Falmouth oder 370 nach Guernsey. Klappt doch mit der Annaeherung ans Ziel!

Ludger
August 15th, 2016 at 4:29 pm

Hallo ihr Lieben,
das ist die alte Läufertaktik meines Jugendtrainers angebracht! Wenn wir (macht heute kein normaler Mensch mehr) 10 km auf dem Platz gelaufen sind, haben wir uns die Runden klein gerechnet: 4×5 Runden und dann nur noch 5 Runden, nach 5 km dann nur noch 2×5 Runden und 2,5 Runden flott usw. Gute Strategie: Also noch 18 mal Enkhuizen und zurück oder 9 Wochenendschläge, oder 3,5 mal Amsterdam Texel – hört sich alles viel kürzer und überschaubarer an als 220 Seemeilen auf dem Atlantik. Ich wünsche euch die kürzest mögliche Strecke zu den Scillys.
Grüße vom Schreibtisch, Ludger

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