Hoch am Wind

Dieses Mal galten sie also uns, die Troetentoene. Die Crews von „Olgalou“, „Helena“, „Mandalay“ und viele andere haben uns mit ordentlich Krach verabschiedet, als wir am Montag mit wild klopfenden Herzen unsere Ehrenrunde durchs Ankerfeld gedreht und Flying Fishs Bug gen Norden gesteuert haben. Letzte Blicke zurueck auf Marigot, dann auf die schoene kleine Insel Tintamarre, irgendwann verschwand St. Martin und als letztes Anguilla aus unserem Blickfeld. Seltsam fuehlte es sich an, nach vier Monaten erstmals wieder in die Nacht zu segeln, doch mittlerweile sind wir halbwegs akklimatisiert. Statt des wilden Schwankens und Geigens durch den achterlichen Wind bei der ersten Atlantikueberquerung haben wir nun bei seitlichem Wind eine stabile Kraengung (Schraeglage) nach Backbord, die Schiffsbewegungen sind deutlich angenehmer. Bloss mit ein paar Widrigkeiten muessen wir uns arrangieren: Schapps und Schraenke an Steuerbord entleeren sich augenblicklich ueber uns, sobald wir sie nur einen Spaltbreit oeffnen, das Spuelwasser fliesst nicht so gut ab, solche Dinge. Zum Glueck befindet sich das Klo auf der richtigen Seite, so dass uns der Deckel nicht staendig in den Ruecken faellt, und der Herd ist sowieso kardanisch aufgehaengt. Bisher scheint meistens die Sonne, hin und wieder erwischt uns ein kleiner Squall und bringt fuer eine halbe Stunde Boeen und Regen mit. Die Windsteueranlage macht ihren Job tadellos, wir segeln Kurse zwischen zehn und dreissig Grad. Anfangs waren die Wellen hoch und steil und haben uns quaelendes Rodeo beschert, inzwischen sind sie moderat bei Wind um drei bis vier Beaufort. Unsere Geschwindigkeit pendelt um fuenf Knoten herum, der Gegenstrom bremst ein wenig. Insgesamt also ziemlich perfekte Bedingungen, so duerfte es unseretwegen noch eine Weile bleiben. Doch der Luftdruck wird immer hoeher, wir scheinen uns also der Schwachwindzone zu naehern.

Ludger
Mai 20th, 2016 at 11:25 am

… und links herum… und rechts herum, immer an den H´s und T´s vorbei rutschen. Ich wünsche Euch ein gutes Händchen beim Kurs legen, damit die Bedingungen so moderat bleiben. Grüße vom Schreibtisch, Ludger

uwe
Mai 20th, 2016 at 9:05 am

Viel Glueck bei der Überfahrt !

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