Round the Island Race 2015

Keine Ahnung, wie es klappen kann, dass so viele Schiffe auf so engem Raum sich nicht gegenseitig zu Klump segeln, besonders kurz vor dem Regattabeginn. Von außen betrachtet, herrscht vor der imaginären Startlinie ein einziges Gewusel, alles navigiert kreuz und quer. Dann fällt der Startschuss und – zack! – sind sie alle auf Kurs, wie bei diesem alten Physikexperiment, wenn Eisenspäne mit dem Magneten ausgerichtet werden. Wir sind uns recht sicher, dass wir mit Flying Fish in diesem Getümmel den einen oder anderen Schaden angerichtet hätten…

 

 

Gestern hat es also endlich stattgefunden, das Mega-Event der Isle of Wight, zum 84. Mal und bei allerbesten Bedingungen: Wind aus westlichen Richtungen zwischen drei und fünf Beaufort und Sonne satt. Ab 7 Uhr starteten die elf Gruppen im Zehnminutentakt und wir sind freiwillig früh aufgestanden, um über den Tag möglichst viel mitzubekommen. Der Blick auf den mit Segeln gespickten Solent war unglaublich, unsere Kamera lief mal wieder fast heiß. Insgesamt 1.584 Boote aller möglichen Klassen und über 15.000 Segler traten an und machten sich in westlicher Richtung auf den Weg. Bereits nach drei Stunden, dreißig Minuten und 24 Sekunden hatte die Concise 10, der größte Trimaran im Rennen, die Runde geschafft und überquerte die Ziellinie. Den geltenden Rekord aus dem Jahr 2013 hat sie damit um 38 Minuten verfehlt, aber die Freude dürfte trotzdem groß gewesen sein. Doch davon haben wir nichts mitbekommen, denn wir hatten uns mittlerweile ein Bus-Tagesticket besorgt und waren unterwegs zur Westspitze der Insel. Dort vor der Küste befindet sich die markante Felsformation „The Needles“, ein landschaftliches Highlight und der beste Ort, um die Regatta zu beobachten. Denn die Landspitze wird von den Seglern in relativ geringer Distanz umrundet.

 

 

Gegen 11 Uhr kamen wir dort an und konnten uns kaum satt sehen an diesem fantastischen Bild. Ewig schauten wir durch Fernglas und Kameraobjektiv auf das blaue Meer mit all den weißen und bunten Tupfen und genossen die gute Stimmung unter den Beobachtern um uns herum. Eigentlich gibt es dort die „Old Battery“ zu besichtigen, eine Küstenbefestigung aus dem Jahr 1862 mit Tunneln und Kasematten, doch die haben wir uns nur anstandshalber und im Schnelldurchlauf angesehen (und weil wir eh Eintritt hatten bezahlen müssen). Später ging es von der Landspitze aus über den traumschönen Küstenwanderweg „Tennyson Trail“ in den Ort Freshwater Bay und weiter ins Landesinnere bis nach Brook, um dort den Bus zurück in den Hauptort Newport und einen Anschluss nach Cowes zu erwischen. Lieber hätten wir noch die Süd- oder Ostspitze der Insel besucht, zumal Bus fahren dort Spaß macht, weil es – sofern man im Doppeldecker oben sitzt – unterwegs viel zu sehen gibt. Aber wegen der überwiegend kleinen und gewundenen Sträßchen kostet es auch viel Zeit. Erschwerend hinzu kommt ein erstaunlicher Fahrplan, der manche Orte nur um eine bestimmte Tageszeit erreichbar macht, dann aber gerne gleich drei Mal in kurzer Folge. Unter uns: wer sich das ausgedacht hat, ist wahrscheinlich nicht die hellste Kerze auf der Insel-Torte. Doch wir wollen nicht meckern, der Tag war großartig und auch wir von der Lauferei einigermaßen ausgepowert, so haben wir uns am Abend unter das Partyvolk im Race Village gemischt und ziemlich viel Atmosphäre geschnuppert. Schön war’s!

 

 

Bilder des Veranstalters, auch bewegte, gibt es hier.

Klaus-Reiner
Juni 29th, 2015 at 8:15 pm

Liebe Heiks – also ich sehe das so: Flying Fish hat – von Euch unbemerkt – mitgedacht … so schenkte Euch der ungeplante Aufenthalt ein ein bleibendes Erlebnis unterlegt mit sehr schönen Fotos … weiterhin eine gute Handbreit … na, Ihr wisst schon … und danke, dass Ihr mich in dieser Form mitgenommen habt.

Holger
Juni 29th, 2015 at 9:23 am

Vielen Dank für die tollen Berichte!
Ich finde, Ihr nutzt die Zeit hervorragend!
Wahrscheilich wären Euch ohne diese Zwangspause einge schöne Dinge entgangen…
Viele Grüße

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