Zwischen Porto und Lissabon sind die Segeletappen relativ vorbestimmt, wenn man nicht über Nacht unterwegs sein möchte (und das möchten wir keinesfalls inmitten tausender Fischerbojen und mit Orca-Interaktions-Risiko): 64 Meilen nach Figueira da Foz, dann 36 Meilen nach Nazaré, zierliche 23 von dort nach Peniche und schließlich 48 bis Oeiras an der Mündung des Tejo (von wo aus sich Lissabon erkunden lässt). Da sind wir jetzt, seit gestern! Die Nortada hat es uns leicht gemacht, fast jeden Tag weht derzeit dieser für die warmen Monate typische Nord/Nordwestwind, der 2015, als wir hier zuletzt unterwegs waren, leider ausgefallen ist. Nun zieht er uns beständig die Küste hinunter. Unzählige Kilometer Sandstrand fliegen an unserer Backbordseite vorbei, die meisten abgelegen und einsam, hier und da kleine Orte, Industrie, ein wenig felsige Steilküste. Und immer wieder Kaps mit malerischen Leuchttürmen, wo der Wind gern eine extra Überraschung für uns bereithält. Der Motor läuft fast nur zum Ab- und Anlegen und wir gönnen uns den ungewohnten Luxus, auch einmal Wind ungenutzt zu lassen und einfach länger zu bleiben, wo es uns gefällt.
Das haben wir vor allem im schönen Nazaré getan, weltweit bekannt für seine spektakulären Wellen im Winter. Auch diesmal gefällt es uns in den engen Gassen der Zona Baixa und im höhergelegenen Viertel Sítio, bequem erreichbar mit der Funicular-Bergbahn. Nur ein kurzer Spaziergang ist es von dort zum Fort São Miguel Arcanto mit der Monsterwellen-Aussichtsplattform und einem kleinen, sehr sehenswerten Surf-Museum. Auch von der Umgebung haben wir ein bisschen was gesehen – Dody sei Dank. Die deutsche Auswanderin und Seglerin haben wir vor elf Jahren hier kennengelernt und sporadisch Kontakt gehalten, jetzt das herzliche Wiedersehen. Ihre SY Tonga braucht immer noch einige Liebe, bis sie wieder schwimmt. So kennt Dody nicht nur die besten Strände, Strandbars und Supermärkte (und nahm uns dorthin mit), sondern auch alle tauglichen Shops für Technik und Ersatzteile. Praktisch für uns, hatten wir doch ein Leck zu finden und zu reparieren, durch das während des Segelns immer wieder ein paar Liter Salzwasser in Flying Fishs Bilge gelangten. Eine undichte Kabeldurchführung im Ankerkasten war’s letztlich und bei der gemeinsamen Shoppingtour konnten wir direkt ein passendes Ersatzteil finden – statt den Defekt erstmal mit einer Kartusche Sikaflex zu shitfixen. Am Montag dann noch ein geselliges Nazaré-Finale: Miekske und Jan sind inzwischen nordwärts unterwegs mit ihrer SY Mira Ceti. Diese – leider erstmal letzte – Begegnung mit den beiden lustigen Niederländern musste gefeiert werden!
Während wir im Vorfeld wussten, dass wir Nazaré mögen würden, hatten wir Peniche so gar nicht in besonderer Erinnerung. Dennoch wurde es unser zweiter attraktiver Stopp der letzten Zeit. Das Örtchen ist liebevoll gestaltet und gepflegt, es ist touristisch, aber nicht nervtötend-touristisch, die Menschen auf den Straßen offen und freundlich. Ein ehemaliger Fischer lädt uns spontan in seinen Schuppen ein, wo er alte Gegenstände und Fotos sammelt und ausstellt. Gänzlich unbeirrt von der Tatsache, dass wir keine gemeinsame Sprache haben, erzählt er uns sein Leben und wir verstehen erstaunlich viel. Dann geht es raus aus dem Ort, auf den Rundweg um die markante Halbinsel und zu den hohen, steilen Klippen am Cabo Carvoeiro: massive, übereinander liegende Felsplatten, dazwischen Spalten, Höhlen, Schluchten, teils durch Treppenstufen im Fels oder Leitern erschlossen. Fische aus Beton am Wegesrand weisen den Weg zu dutzenden Angelspots. Es gibt wunderbare Strände rundherum. Hier wären wir gern auch noch etwas länger geblieben, hatten aber tatsächlich erstmal nur noch den folgenden, gestrigen Tag in Aussicht, um unter Segeln Oeiras erreichen zu können. Unser Lieblingswind braucht wohl jetzt doch auch mal eine Pause.
Da kann ich mich Svenja nur anschließen in allem 😃👍
Und wieder sehr schöne Bilder mit Zeilen zum Schmunzeln.
Viel Spaß und bis bald
Liebe Grüße von den KNUTT’is
Oh wie schön, ich beneide euch um all die tollen Erlebnisse und Begegnungen. Lissabon steht schon lange auf meiner Wunschliste, es hat bisher leider nicht so recht reingepasst. Bin schon sehr gespannt auf euren nächsten Post 😀














Nazare und Sitio: An der Kante sitzen und auf die anrollenden Wellen am Strand schauen, faszinierend. Immer schön, wie ihr berichtet. LG aus Kiel hup