Erst die Arbeit…

Würde dieser Blogbeitrag nur unsere fast zwei Wochen in A Coruña erzählen, stünde definitiv das Wort Rückenschmerz im Titel. Denn wir haben mächtig reingehauen, sind tagelang auf allen Vieren über Flying Fishs Deck gerobbt, um es final vorzubereiten für den neuen rutschfesten Belag: loses Material entfernen bis aufs Aluminium, anrauen, reinigen, dann alle Stellen mehrmals primern. Heiko hat noch bereitwillig die Spezialmission übernommen, Unmengen spanischer Schokopuddings zu verspeisen, damit genug Gläschen zum Anrühren des 2K-Primers da sind. Trocknungsphasen und Abende haben wir natürlich gut genutzt und uns ins Stadtleben gestürzt. Bars und Tapas, Konzerte und Veranstaltungen, schön und kurzweilig ist es im quirligen A Coruña. Zumal auch noch alte Bekannte in der Stadt sind: Angelika und Helmut von der SY Manatee. Dann endlich der große Tag, an dem die Bedingungen den Auftrag des Kiwi-Grip zulassen: null Regenwahrscheinlichkeit und bis gegen Mittag Temperaturen unter 20 Grad. Wir stellen den Wecker auf 7 Uhr, entfernen den Tau vom Deck und legen los. Heiko ist im Rückwärtsgang unterwegs und verteilt die pastöse Spezialfarbe mit dem Zahnspachtel, ich folge unbequem spreizbeinig, erzeuge mit der Spezialrolle die Struktur und entferne die Abklebebänder. Es muss schnell gehen, das Material zieht sofort an, pausieren unmöglich. Entsprechend erleichtert sind wir ein paar Stunden später, als die Runde geschafft ist und wir uns endlich wieder strecken können. Wir feiern das langsame Nachlassen des Schmerzes mit Sekt auf dem Vorschiff. Und das Ergebnis? Gefällt! Der Grip ist super und trotzdem läuft es sich auch barfuß angenehm auf dem Belag. Einziger Nachteil: Man sieht jetzt ziemlich deutlich, dass auch der angrenzende Lack eine Überarbeitung vertragen könnte.

Und dann kommt auch schon der erste Mitsegler der Saison an Bord: Eric fliegt ein und bezieht für eine Woche die Gästekoje. Die Flaute an seinem ersten Tag nutzen wir, um nochmal die traumhafte Küstenwanderung von A Coruña zu machen, inklusive Aussicht genießen vom berühmten Torre de Hércules. Dann kehren wir der gläsernen Stadt den Rücken. Den kurzen Schlag in den hübschen Fischerort Malpica (s. Blogbild) müssen wir motoren, doch es folgen drei fantastische Etappen mit Rückenwind, erstaunlich wenig Welle und viel Abwechslung. Wir segeln unter Blister und Klüver, im Schmetterling und ausgebaumt, mal 3 Knoten Schleichfahrt, mal 8 Knoten Rasefish. Meist scheint die Sonne auf die schöne Küstenlandschaft mit den unzähligen malerischen Leuchttürmen. Sie ist gut zu uns, die Costa da Morte, und auch das gefürchtete Cabo de Finisterre, wo man früher das Ende der Welt vermutete, passieren wir unter Luxusbedingungen. Die Örtchen Camariñas und Muros erweisen sich als gute Übernachtungsstopps – die abendliche Erkundung macht Spaß und es gibt reichlich nette Möglichkeiten zur Einkehr. Gelegentlich gesellen sich Miekske und Jan von der niederländischen SY Mira-Ceti zu uns, es wird geselliger. Gestern dann unsere Ankunft in Vigo, der größten Stadt Galiciens. Sie fällt zufällig auf den Día de las Fuerzas Armadas, den (6 Tage dauernden) Tag der Streitkräfte. Den Besuch des spanischen Königs haben wir verpasst, dafür die Party rund um die Schiffs- und Militärgerätpräsentation aus nächster Nähe und in voller Lautstärke erlebt. Eben wurde der schräge AC/DC-ABBA-Mix abgestellt und der Abbau der Hüpfburg im Tarnfleck-Design hat begonnen. Und während wir uns hier über die Ruhe wundern, sitzt Eric bereits wieder im Flieger nach Deutschland und hat hoffentlich eine angenehme Rückreise. Grüß Köln von uns!!!

Heidi Wulf
Juni 2nd, 2026 at 8:58 a.m.

Sich in devoter Haltung über das Deck zu arbeiten muss ja belohnt werden! Das Deck sieht super aus. Mit einer schönen Zeit im quirligen Coruna und dem Traumtörn in den Süden. Gerne weiter so😘
LG aus Kiel hup

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:42 p.m.

Freut uns sehr, dass euch der neue Decksbelag gefällt – drückt uns die Daumen, dass er ordentlich hält.

Svenja
Juni 1st, 2026 at 10:19 p.m.

Einen Blogbeitrag verspätet bin ich dann auch ich aus der Winterpause erwacht und habe mit sehr viel Freude eure ersten Abenteuer gelesen. Nach so viel Arbeit bei der Vorbereitung habt ihr euch einen Traumtörn verdient und ich sage schon mal ganz lieben Dank, dass ihr uns wieder virtuell mitnehmt und mit ordentlich Fernweh versorgt 😁. Hasta luego

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:39 p.m.

Hola Svenja, die Arbeit wird uns den Sommer begleiten, aber das gehört zu dem Fishprojekt dazu und macht uns viel Freude. So schön, dass du wieder mit an Bord bist! Hasta la próxima!

Karin&Enno
Juni 1st, 2026 at 6:45 a.m.

Das ist Heiko bestimmt schwer gefallen mit den Schokopuddings😉

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:36 p.m.

ganz schwer – manche Dinge ändern sich nicht 😉

Tiefers
Mai 31st, 2026 at 8:50 p.m.

Ondas do mar de Vigo, se vistes meu amigo….. das legendäre Lied der Galizier aus dem 13. Jhd ist euch vielleicht auch begegnet? Wunderschön, liebt jeder Gallego! Sonst gibt es das mal am Kölner Kaminfeuer 😉
FFish sieht bestens aus, da steht den nächsten Abenteuern ja nix mehr im Weg. Freuen uns auf weitere Bilder und Geschichten…

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:35 p.m.

Wir haben das Lied direkt mal in verschiedenen Versionen angehört und hoffen, dass wir dann bis zum Kölner Kaminfeuer den Text draufhaben.

Carsten
Mai 31st, 2026 at 8:10 p.m.

…und da sind sie wieder, diese wunderbar erzählten kleinen Geschichten mit ihren ausgewählt schönen Illustrationen.
Deck sieht wirklich toll aus 👍
Dankeschön fürs mitnehmen
LG von den KNUTT’is

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:25 p.m.

Danke, wir sind mit dem Deck auch super zufrieden und die ersten Dreckspuren kann es echt gut ab…

Silke
Mai 31st, 2026 at 7:42 p.m.

Oh du mein aufopferungsbereites Brüderlein…Hierbei hätte ich sogar gerne geholfen…

Heiko
Juni 3rd, 2026 at 2:24 p.m.

…je, mindestens an der Stelle habe wir viele gemeinsame Interessen…

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